Kategorie: Programme | 08/2013

Virtueller Computer mit VMWare

Im Bereich der Softwareentwicklung erleichtern virtuelle Maschinen den Entwicklungsprozess, da verschiedene Instanzen gleichzeitig parallel laufen können. Damit können verschiedene Entwicklungs-Stände bequem getestet werden. Durch Snapshots können Wiederanlaufpunkte gesichert werden, zu denen wieder zurückgekehrt werden kann. Die Installationen werden als Image-Dateien abgelegt und können damit über eine Netzwerkanbindung verschiedenen Entwicklern mit gleichem Stand zur Verfügung gestellt werden.

Da sich mit VMware-Produkten auch ältere Betriebssysteme in aktuelle Systeme einbinden lassen, kann ältere Software in der Emulation uneingeschränkt genutzt werden, solange keine problematischen Hardwarezugriffe auftreten (wie z. B. in einigen Grafikanwendungen).

VMware-Produkte können auch als Brücke von Windows zu Linux oder Mac OS X dienen, da sich jedes beliebige Windows-Betriebssystem in alle gängigen Linux-Varianten und Mac OS X einbinden lässt. Somit können sämtliche Windows-Programme unter diesen Betriebssystemen eingesetzt werden, ohne dass zwei Betriebssysteme parallel auf unterschiedlichen Festplattenpartitionen installiert werden müssen. Das virtualisierte Windows-Betriebssystem kann einfach als "Fenster" innerhalb des Host-Betriebssystems aufgerufen werden, während man zugleich auf dem anderen Betriebssystem weiterarbeitet. Natürlich lassen sich auch umgekehrt Linux und andere Betriebssysteme in die Windows-Umgebung integrieren, nicht jedoch Mac OS X, aufgrund dessen Lizenzbestimmungen.

Wer einen eigenen Server im Internet mit vollen Administratorrechten betreiben will und dafür nicht einen eigenen dedizierten Server mieten, sondern seinen eigenen Home-PC nutzen möchte, dem kann VMware Workstation oder VMware Player ebenfalls gute Dienste leisten. Um den eigenen Rechner nicht direkt dem Internet auszusetzen, aber dennoch Kosten für einen weiteren Server und eine Firewall zu sparen, werden Home-PC, Firewall und Internet-Server als unterschiedliche Rechner in einem virtuellen Netzwerk abgebildet.

Ein weiterer grosser Vorteil liegt in der einfachen Notfallwiederherstellung. Da ein virtueller Server ganz einfach wie ein Verzeichnis kopiert werden kann (mitsamt allen Einstellungen), kann man dieses zum Beispiel auf externen Festplatten speichern. Im Bedarfsfall können so ganze Serverlandschaften mitsamt allen Einstellungen binnen kürzester Zeit auf Ersatzgeräte (auf denen VMware Workstation oder VMware Player installiert ist) kopiert und gestartet werden. Die zeitaufwendige und kostspielige Rekonstruktion der Feineinstellungen entfällt somit komplett.

Da die Gastsysteme in virtuellen Maschinen laufen, die - ausser der CPU - immer die völlig gleiche virtuelle Hardware für die Betriebssysteme darstellen, sind Umzüge des Wirtssystems von einer Hardware auf eine andere völlig unproblematisch und durch einfaches Kopieren der VMware-Dateien möglich. Dieses ist insbesondere für Windows-Systeme vorteilhaft, macht aber bei Windows XP durch die durchgereichte CPU Probleme, da ein Umzug auf einen anderen Prozessor unter Umständen eine erneute Aktivierung erfordert.

Portabilität

Da die Gastsysteme auf einer abstrakten Maschine laufen, gestalten sich, wie oben schon erwähnt, Umzüge auf andere Hardware problemlos. Es genügt in der Regel, das Image zu kopieren und dann die virtuelle Maschine neu zu starten. Ausserdem lässt sich mit Hilfe von ACE eine Installation auf einem portablen Datenträger erstellen, die auch ohne die Installation von VMware Workstation ausführbar ist. Gelegentlich, aber nicht immer, verlangt das Gast-Betriebssystem nach erneuter Aktivierung. Innerhalb der VM-Versionen besteht Abwärtskompatibilität; Installationen einer früheren Version können problemlos in eine neuere portiert werden. In umgekehrter Richtung ist diese Eigenschaft eingeschränkt. Die bordeigenen VMware-Tools bieten aber die Möglichkeit, bei der Installation eine Aufwärtskompatibilität vorzusehen.

Sicherheit

Die Sicherheit von VMware-Anwendungen hängt davon ab, wie gut (oder schlecht) Host und Gäste gegeneinander abgeschottet sind.

In der Vergangenheit wurden bereits Sicherheitslücken bekannt, die es dem Gast erlauben, seine Umgebung zu verlassen und damit in das Hostsystem einzudringen. So gelang es (mit dem aktuellen, vollständig gepatchten ESXi 5.0) bereits mittels manipulierter VMware-Images in das Hostsystem einzudringen, wodurch auf die Daten aller anderen Nutzer zugegriffen werden kann und damit auf "Nutzerpasswörter und die virtuellen Maschinen".

Quelle: www.wikipedia.de

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